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Schon wieder gibt es eine Kontroverse um Spieler der Philadelphia Flyers, welche eher im negativen Sinne auf dem Eis auffallen.
In der Off-Season haben es die Flyers angekündigt: Man will wieder physischer werden und zu den Wurzeln zurückfinden. Die Wurzeln, sind jene der Broad Street Bullies, als man als meistbestraftes Team der Liga in den 70ern den Stanley Cup gewinnen konnte.
Seit dem Lockout kam man ein wenig vom klassischen Philly-Style ab und spielte soft. General Manager Holmgren wollte dem ein Ende setzen und zog stellvertretend für den neuen Wind beim Draft dann auch einen Power Forward im Amerikaner James Van Riemsdyk.
In der Pre-Season bekam man den neuen Wind, welcher in Philadelphia weht, zu spüren: 21 Fights trugen Spieler der Flyers aus. Dazu kam das viel diskutierte Spiel in Ottawa, in welchem Rookie Steve Downie mit einem Head-Shot Dean McAmmond eine Gehirnerschütterung zufügte und McAmmond bisher keine Rückkehr aufs Eis ermöglichte. Downie wurde in der Folge von der NHL für 20 Spiele und von der AHL für den 1. Monat gesperrt. Wer allerdings dachte, dass mit dieser harten Strafe für etwas Ordnung gesorgt wurde, lag falsch: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (MEZ) spielten die Flyers in Vancouver. Phillys Tough Guy Jesse Boulerice geriet mehrfach an den Canuck Ryan Kesler, bevor in der 52. Minute beim Stande von 7-2 für Philadelphia sämtliche Kontrollorgane bei Boulerice auszusetzen schienen: Mit einem üblen Cross-Check gegen den Kopf von Kesler brachte er diesen zu Boden.
Die NHL setzte mit der Strafe gegen Downie eine neue Messlatte, was Sperren betrifft. Nun ist es an Colin Campbell, diesen Massstab auch durchzuziehen. Boulerices Aktion ist in meinen Augen als schlimmer einzustufen als jene von Downie. Downie stieg übermotiviert in einen Zweikampf und checkte den Kopf von McAmmond, welcher jedoch zu jenem Zeitpunkt in Besitz des Pucks war und somit die Aktion noch gewissermassen als „Teil des Spiels“ betrachtet werden kann. Boulerice allerdings benutzte seinen Stock, um seinen Gegner anzugreifen. Angriffe mit der Schulter sind unter bestimmten Voraussetzungen legal. Den Stock darf man allerdings nie an einem Gegenspieler gebrauchen. Kommt noch hinzu, dass Boulerice nach mehreren Konfrontationen mit Kesler genügend Zeit gehabt hätte, sich auf der Bank wieder abzukühlen und sich auf sein Spiel anstatt auf Racheaktionen zu konzentrieren.
In Betracht ziehen sollte man auch, dass dies nicht das erste Stockfoul von Boulerice war: In der OHL wurde er für die ganze Saison 1997-98 gesperrt, nachdem er im Stile eines Baseball-Spielers einen Gegenspieler niedergeschlagen hat. Dieser Vorfall dürfte wohl keinen Einfluss auf das Urteil der NHL haben, zeigt aber auf, dass wohl manchmal wirklich die Höchststrafe – sprich eine lebenslange Sperre – das Ziel sein muss. |