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Der Kampf um New York PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Nicolai   
Donnerstag, 17. Juli 2008

Jedes Jahr haben die New York Rangers, die New York Islanders und die New Jersey Devils neben dem Erreichen der Play-Offs und dem Sieg in der Atlantic Division noch einen weiteren Titel unter sich auszumachen: "Wer wird der König am Hudson?"

Nachdem nun die größten Namen in der Free Agency schon ihre neuen Vereine gefunden haben und sich auch im Großraum New York einiges getan hat lässt sich eine Analyse darauf wagen, wer sich in diesem prestigeträchtigen Duell verbessert hat und wessen Chancen schlechter wurden. Also, welche Teams haben sich mit Free Agents verstärkt und wer hat seine Lücken nicht geschlossen?

Zuerst einmal geht der Blick nach New Jersey und auf die dort ansässigen Devils. Vor der Free Agency gab es mehrere Punkte die für das Team von Bedeutung waren: Zuerst sei hier die Suche nach weiteren Stürmern genannt, die Scoring Potential mitbringen, aber auch in das System passen. Desweiteren wollte man die Blueline verstärken und einen weiteren Verteidiger von Paul Martins Format zu verpflichten. Sollten die verpflichteten Spieler groß und kräftig sein, so ist dies ein willkommener Nebeneffekt, da man immer wieder anderen Teams im Körperspiel unterlegen war.

New Jersey setzte beim Stopfen der Lücken auf zwei alte Bekannte und holte sowohl Brian Rolston als auch Bobby Holik zurück nach Jersey. Rolston dürfte der Scoring-Line deutlich mehr Härte geben und so den kleinen Brian Gionta und den Spielmacher Patrik Elias beschützen können. Doch auch im Scoring kann man sich durchaus 60 Punkte von ihm erwarten, vorallem sein Schlagschuss dürfte im Powerplay eine echte Alternative darstellen und den Devils so ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Ein weiterer Vorteil für die Devils dürfte sein, dass Rolston das System der Devils kennt und wohl die Integrationsphase recht kurz ausfallen dürfte. Einzig sein Vertrag hat den einen oder anderen Haken, aber auf diesen wird in der New Jersey Devils Team Vorschau vor Saisonbeginn eingegangen. Der Zweite Neuzugang Bobby Holik hat seine besten Scoring Tage hinter sich, bringt aber durch seine Statur viel mit von dem was den Devils in den letzten Jahren gefehlt hat. Mit ihm hat man einen guten Grinder, der auch vor dem Tor für viel Unruhe sorgen kann und wer Holik kennt, der weiß, dass er immer für einen Abstauber gut ist. Holiks größter Vorteil dürfte aber seine Face-Off Stärke sein, denn auch hier gab es für die Devils viel Luft nach oben. im Sturm hat man sich nun also verbessert, ein absoluter Top-Scorer kam aber nicht, doch das dürfte aufgrund der Kadertiefe zu verschmerzen sein. Viel schwerer wiegt da, dass man keinen weiteren Verteidiger geholt hat (außer dem Finnen Sallmela), was eines der größten Devilsprobleme ungelöst lasst, und zwar das Fehlen eines 2. Offensivverteidigers. So bleibt zu sagen, dass die Devils sich vorne verbessert haben, aber hinten stagnieren.

Nun werfen wir den Blick nach Long Island. Die dort ansässigen Islanders waren letztes Jahr der Prügelknabe der Atlantic Division und im Kampf um die Krone in New York war man oft unterlegen. Nun hofften die Anhänger der Islanders natürlich auf Besserung, am besten gleich durch ein paar gute Free Agents, die zum Team stoßen. Gebraucht wurde das komplette Spektrum vom Top Verteidiger, bis hin zum 1st Line Player. Doch der General Manager Garth Snow enttäuschte die Fangemeinde und holte nur 2 neue Free Agents ins Boot. Zuerst sei hier Mark Streit genannt, der Schweizer hat ein Karrierejahr hinter sich mit 13 Toren und 62 Punkten. Doch, nachdem Streit noch nie auch nur annähernd so viele Punkte gemacht hatte in seinem Leben bleibt die Frage ob er auf Long Island seine Leistungen der 07-08er Saison wiederholen kann oder wieder schwächer wird. Trotzdem dürften die Islanders hier ihr Powerplay verbessert haben, doch nach hinten offenbart Streit immer wieder Schwächen und gerade das Körperspiel ist nicht seins. Bei Gegner wie den Flyers und den Devils kann das durchaus zu Problemen führen. In der Offensive hat man Doug Weicht geholt, wohl in der Hoffnung, dass dieser an seine früheren Tage anknüpfen kann, doch Weicht verlor in den letzten Jahren kontinuierlich seine Form und dürfte nun nicht mehr als ein erfahrener Ergänzungsspieler sein, der an die 30 Punkte Marke heranschnuppern kann. Somit bleibt zu sagen, dass die Islanders es nicht geschafft haben sich zu verbessern sondern auf ihrem Vorjahresniveau bleiben und das dürfte zu wenig sein...nicht nur für den Kampf um New York, sondern auch für den Kampf um die Play-offs.

Zu guter letzt Wenden wir uns dem Herzen New Yorks zu, und zwar Manhattan und den New York Rangers. Hier verlor das Team Schlüsselspieler Jaromir Jagr nach Russland und den immer konstanten Martin Straka nach Tschechien, doch immerhin scheint Brendan Shanahan zurückzukehren. Was macht man wenn einem das größte Puzzleteil (Jagr) verloren geht? Man kauft sich ein neues, und im Zuge dessen veränderte GM Sather das Team gleich mal und fügte drei Spieler dem Kader hinzu, auf die es genauer einzugehen gilt: Markus Naslund, Nikolai Zherdev und Wade Redden. Mit Wade Redden versucht man Rozival zu entlasten und das Potential dazu hat dieser auch, doch Redden hatte in den letzten Jahren eine fallende Formkurve und auch an Durchschlagskraft im Offensivspiel verloren. Dies führte dazu, dass die Rangers durchaus um den Redden Vertrag belächelt werden, doch sollte Wade Redden zu seiner Top-Form finden hat man sich verbessern können, doch wenn Redden seine Form aus Ottawa mitbringt hat man einen überbezahlten Verteidiger, mit einer zu hohen Fehlerquote und zu wenig Effektivität. Die Zukunft wird zeigen was dieser Deal bringt, genauso wie bei Markus Naslund. Der ehemalige Captain der Vancouver Canucks hat wohl langsam seine besten Tage hinter sich, doch das soll nicht heißen, dass er an Gefährlichkeit verloren hat. Der Schwede ist immer noch für 20-30 Tore gut und dürfte den Sturm der Rangers bereichern, doch er braucht jemanden, der ihn vor Spielern wie Pandolfo, Carter oder Madden schützt, sonst könnte er schnell aus dem Spiel genommen sein. Zu guter letzt bleibt Nikolai Zherdev zu erwähnen. Der eigenwillige, aber äußerst begabte Russe wurde von den Rangers zusammen mit Dan Fritsche im Austausch für Tyutin und Backman erworben. Zherdev ist ein Individualist, der auch mal alleine eine ganze Abwehr ausspielen kann und wohl im letzten Jahr gelernt hat teamorientierter zu spielen und an sich zu arbeiten. Sollte Renney es schaffen Zherdev auch in New York zum arbeiten zu bringen und sein Potential weiter zu nutzen, so haben sich die Rangers mit ihm deutlich verstärkt. Auch wenn der Verlust des besten Defensivverteidigers Tyutin, im Gegenzug für ihn, weh tut. Im Großen und Ganzen haben die Rangers es wohl geschafft ihr Niveau zu halten und sollte Redden wieder die Form von vor 3-4 Jahren finden, so hat man sich wohl sogar etwas verbessert.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass wohl die New Jersey Devils und die New York Rangers das Prestigeduell wieder untereinander ausmachen werden. Hätten die Devils es geschafft einen weiteren Blueliner zu holen und so die Schnittstellen zwischen Sturm und Verteidigung zu verbessern, so wären sie wohl die Favoriten auf den Sieg am Hudson, doch so sind sie wohl auf Augenhöhe mit den New York Rangers. Die Gerüchte, dass die Devils alles versuchen um Jay Bouwmeester aus Florida zu holen verdichten sich aber, sollten die Devils es schaffen ihn zu holen könnte er das Mosaikstein sein, dass sie brauchen um über die Rangers zu triumphieren. Auf jedenfall dürften gerade zwischen den Devils und den Rangers wieder spannende Spiele anstehen und auch eine gehörige Portion Trashtalk, auch ohne Sean Avery.

 
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